Advent, Advent mein Geld verbrennt: Eine Adventsgeschichte

Über den teuersten Monat des Jahres, Geld-Adventskränze, “Saucheibä”, aufblasbare Einhörner und was wirklich wichtig ist in dieser besinnlichen Zeit.

Viel Spass bei meinem neusten Blogbeitrag. 🙂

Geschenke: Wertvoll oder überflüssig?

Die Vorweihnachtszeit ist zweifelsfrei eine der teuersten Monate des Jahres. Adventskalender basteln, Geschenke für die Liebsten besorgen, Essen im Überfluss einkaufen und der obligate edle Silvester-Tropfen darf natürlich auch nicht fehlen.

Dieses Jahr habe ich mir vorgenommen: Während sich alle um ihre Weihnachts-to-do’s kümmern, mache ich es mir gemütlich und denke über die wirklich wertvollen Dinge nach. Soviel sei schon verraten: Geschenke zählen nicht dazu.

Lieber Advent, warum bist Du so teuer?

Jedes Jahr nehme ich mir euphorisch vor, die Adventszeit ohne Stress anzugehen. Es ist schliesslich die Zeit der Besinnung und der Stille, wie es so schön heisst. Komisch, dass ich von dieser Stille nie etwas mitbekomme.

Ich weiss, mein Vorhaben mit einer stresslosen Adventszeit ist ambitioniert, doch es kommt noch besser. Ich bin dazu noch darauf fokussiert, weniger Geld auszugeben als im letzten Jahr. Dies aus dem einfachen Grund, weil es mir jeweils vorkommt, als würde mein Geld in der Adventszeit nur so dahinschmelzen. Oder etwas theatralischer gesagt: es fühlt sich an, als würde ich mein Geld abfackeln.

Ein Adventskranz mit 4 brennenden Scheinchen

Apropos Geld verbrennen: Dieses Jahr habe ich eine neue Form von Adventskranz entdeckt.

Kerzen auf dem Kranz sind schön und gut aber ich versuche, die Dinge (ja, auch Bräuche) regelmässig in Frage zu stellen. Dieses “Adventskranz neu denken” hat mich auf die Idee gebracht, die vier Kerzen mit vier Geldscheinen zu ersetzen. Ein Geld-Adventskranz sozusagen.

Der Geld-Adventskranz wird, entgegen dem Original, nicht mit vier unterschiedlich grossen Kerzen, sondern mit vier unterschiedlich wertvollen Geldscheinen bestückt.

Traditionell brennt am 1. Advent die grösste und am 4. Advent die kleinste Kerze, denn die muss nicht mehr so lange hinhalten bis zum grossen Fest. Nicht so mit den Geldscheinen, denn es wird – für die meisten jedenfalls – erst kurz vor Weihnachten, wenn alle Geschenke besorgt werden, so richtig teuer. Deshalb steht der 4. Advent für den dicksten und wertvollsten Schein.

Jeden Sonntag wird also anstelle einer Kerze ein Geldschein abgefackelt.

Und was wäre die Zeremonie ohne ein passendes Lied. Wir stimmen dazu ein: Advent, Advent mein hart erarbeitetes Geld verbrennt.

Leben im Überfluss: Was wirklich zählt

So teuer die Adventszeit auch ist, es gibt etwas, was ich mir niemals verbieten würde, auch wenn mein Kontostand noch so knapp ist: Jemandem etwas Gutes tun.

Eine meiner guten Taten zur Weihnachtszeit habe ich für Dich in diesem Blog als Adventsgeschichte verpackt. Die Geschichte ist wahr und hat sich vor vier Jahren zugetragen.

Bisher habe ich fast niemandem von diesem Erlebnis erzählt, doch es war auch ausschlaggebend für meine Klug-mit-Geld-Mission und hat mir in schwierigen Zeiten viel Mut und Zuversicht gegeben.

Dank dieser Geschichte lasse ich mich in der Adventszeit auch nicht mehr vom Kaufrausch überfallen. Es sind ja bekanntlich nicht die materialistischen Dinge, die uns Glücksmomente im Leben bescheren. Vielmehr sollten wir uns darum bemühen, auch die Vorweihnachtszeit mit Menschen zu verbringen, die unser Leben bereichern.

Eine Person, die mein Leben bereichert und mir aufgezeigt hat, was im Leben wirklich zählt, möchte ich Dir in den nachfolgenden Zeilen vorstellen.

Bist Du bereit für eine schöne Adventsgeschichte? Dann hol’ Dir noch schnell eine feine Tasse Tee und mach’ es Dir gemütlich.

Eine Adventsgeschichte über Sorgenfalten, “Saucheibä” und aufblasbare Einhörner

“Weisst Du Corinne…” hörte ich die Stimme am anderen Ende der Telefonleitung. “Jahrzehnte lang hat alles funktioniert. Wir waren so glücklich. Ich musste mich um nichts kümmern. Und jetzt das. Seit dem Tod meines Mannes sind viele neue Aufgaben auf mich zugekommen. Ich konnte das meiste davon neu lernen oder mich selbst organisieren. Aber es gibt etwas, dass mir Bauchschmerzen und Kopfzerbrechen bereitet: die Finanzen.

Es ist ein leidiges Thema und vor allem habe ich bemerkt, dass ich es emotional nicht verkrafte eigenständig eine Veränderung vorzunehmen. Unsere finanziellen Verpflichtungen waren immer die Aufgabe meines Mannes.

Langsam wird mir bewusst, dass ich den Kopf nicht weiter in den Sand stecken kann. Es ist jetzt meine Aufgabe mich diesem Thema anzunehmen, aber ich möchte das nicht alleine machen. Hilfst Du mir?”

Ein Hilferuf, der mein Leben verändert hat

Dieser telefonische Hilferuf hat mich sehr berührt und es war der Anfang einer wunderbaren Bekanntschaft, die ich nicht in meinem Leben missen möchte.

Die Frau am Telefon: Marta, 71 Jahre alt und wir kennen uns mittlerweile seit zwei Jahren. Früher habe ich mit ihrer Tochter zusammengearbeitet, die den Kontakt zwischen uns hergestellt hat. Als ihre Tochter bemerkte, dass Marta Hilfe braucht im Finanzhaushalt hat sie mich gebeten mir dies anzuschauen.

Marta und ihre Geschichte hat mich geprägt und ich bin dankbar, sie in meinem Leben zu haben. Unsere erste Begegnung werde ich nie vergessen.

Liebe Wolken, liebe Sorgenfalten, ihr könnt euch jetzt verziehen

“Corinne, zum Glück bist du da!” sagt Marta mit zittriger Stimme und sie bittet mich in ihre Wohnung. Ich trete ein und merke, wie ich bereits durch meine Anwesenheit, begleitet von ein paar Worten und einem Lächeln ihre Sorgenfalten ein wenig eindämmen kann.

Ich ziehe meine Regenjacke aus. Ein Gewitter hat sich gerade über dem kleinen Ort am Zürichsee entladen. Die Wolken machen nicht den Eindruck, dass sie sich bald verziehen werden.

Marta bereitet mir einen Kaffee zu und wir setzen uns an den Küchentisch, auf dem sie schon ihre Ordner und Rechnungen für mich bereithält.

“Dieses Hudelwetter (schweizerdeutsch für “stürmisch”) macht mich fertig! Und jetzt habe ich heute auch noch merkwürdige Post erhalten. Schau mal, diese Rechnung hier. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich dort jemals etwas gekauft habe.”

Tatsächlich sieht die Rechnung etwas dubios aus. Ich schlage ihr vor, dies abzuklären und packe die Rechnung in meine Handtasche.

Früher hat mein Mann immer diesen Finanzkram gemacht und jetzt liegt alles an mir, das belastet mich.

Marta schlägt die Hände über dem Kopf zusammen und senkt ihren Blick. “Manchmal kommt es mir vor, als wäre früher alles ein wenig einfacher gewesen. Die Komplexität nimmt zu.”

Nachdem sie mir eine Geschichte von früher erzählt hat, kann ich ihr doch noch ein Lächeln entlocken. Ihr trauriger Blick von vorhin hat sich verzogen, wie auch die Wolken am Himmel. “Schau, jetzt kommt dann gleich die Sonne wieder zum Vorschein. Das heisst wir können uns jetzt an die komische Kiste setzen”. Mit komische Kiste meint Marta den Computer.

Alles nur “Saucheibä” in dieser Bank

Wir setzen uns also an den Computer und erledigen die monatlichen Zahlungen, überprüfen den Kontostand und machen ein Wochenbudget für den Einkauf.

Während wir die Zahlungen machen fällt mir auf, dass die Kontoführungsgebühren verhältnismässig hoch ausfallen. Ich schlage ihr vor, die Gebühren genauer unter die Lupe zu nehmen und dies abzuklären. Erstaunt stimmt sie meinem Vorschlag zu: “Diä Saucheibä” (keine deutsche Übersetzung vorhanden 😉 ).

Bald ist zudem die Steuererklärung fällig und wir treffen erste Vorbereitungen. Zusammen notieren wir wichtige Fragen für ihr nächstes Treffen mit dem Steuerberater.

Klick! Morgen kommt Dein Einhorn

Mein Besuch neigt sich dem Ende zu aber Marta scheint noch etwas zu bedrücken: “Es ist bald Weihnachten und ich suche schon lange dieses eine Geschenk für meine Enkelin. Leider bietet kein Laden hier in der Nähe dieses Geschenk an.” Wir durchstöbern zusammen das Internet und finden genau was sie gesucht hat: ein aufblasbares Einhorn für den nächsten Urlaub in Spanien.

Da Marta keine Kreditkarte besitzt, bezahle ich den Einkauf mit meiner Geschäftskarte. Klick! Erledigt. “Morgen kommt Dein Einhorn Marta, Du darfst Dich freuen!” füge ich noch an. Marta strahlt über das ganze Gesicht und drückt mir den Kaufbetrag bar in die Hand: “Jetzt sind wir quitt.”

Eine glückliche Marta

Sie begleitet mich zur Türe und strahlt: wir haben heute alles erledigt!

Ich freue mich zu sehen: ihre Sorgenfalten sind verschwunden und sie winkt mir euphorisch hinterher: “Bis bald!”

Zu diesem Zeitpunkt habe ich nicht realisiert, dass Marta bereits meine erste Kundin war. Die regelmässigen Besuche habe ich auf freiwilliger Basis geleistet und als sie mir etwas für meinen Dienst bezahlen wollte, habe ich jeweils dankend abgelehnt. Es war Weihnachten und ich habe ihr gesagt, dass sie dies als mein Geschenk erachten soll.

Nach dem Schicksalsschlag zurück in die Selbstständigkeit

Schicksalsschläge werfen uns aus der Bahn. Sie blockieren uns. Sie wirken lähmend und meistens merken wir erst nach einer Schockphase, dass es rund um das Thema Finanzen unglaublich viele offene Fragen gibt. Umso wichtiger ist es, in dieser Zeit eine Begleitperson mit kühlem Kopf und ohne emotionale Einflüsse oder Vorurteile an seiner Seite zu haben.

Seit unserem ersten Treffen sind ein paar Monate vergangen und Marta kann heute selbstständig ihre Zahlungen erledigen, ihre Steuererklärung ausfüllen und sogar online Geschenke einkaufen.

Marta hat einen Neuanfang gewagt, mich in ihr Leben gelassen und mir ihr Vertrauen geschenkt, damit sie ihr Leben selbstbestimmt weiterleben kann.

Advent, Advent…

Mit dieser Adventsgeschichte möchte ich Dich motivieren, Deine ganz persönliche Erfolgsgeschichte zu schreiben: Gib Dein Wissen weiter und reiche jemandem Deine Hand indem Du Dein Wissen weitergibst.

Schenke Zeit, nicht Geld. Schenke ein offenes Ohr anstelle von Pralinen. Schenke Präsenz anstelle eines Telefonats.

So simpel es auch klingen mag: Bitte verbrenne Dein Geld nicht mit Weihnachtspräsenten.

Schenke dieses Jahr zu Weihnachten eine gute Tat anstelle von Geschenken und Du wirst sehen: Nichts ist in dieser Zeit so wichtig, wie füreinander da zu sein.

 

 

Corinne Brecher

Corinne Brecher

Dein Ziel ist meine Mission: Finanziell stark als Frau durch die Welt zu gehen hat mir unglaublich viele Türen geöffnet. "Wenn Du immer nur tust was Du schon kannst, bleibst Du immer das was Du schon bist."
In diesem Sinne: Lass' uns loslegen!
Corinne Brecher

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