Wie viel Geld braucht es zum grossen Glück?

Über den Zusammenhang von Glück und Geld zu diskutieren ist in etwa so sinnvoll wie die Ei-Huhn-Diskussion: Was war zuerst? Erst das grosse Geld und dann das Glück? Oder kommt Glück auch ohne Geld aus? So oder so, Geld allein macht ja bekanntlich nicht glücklich.

Die Krux mit «es gibt wichtigere Dinge im Leben als Geld»

Von Geld-Glaubenssätzen können wir irgendwie nie genug bekommen, obwohl sie ganz schön nerven.

Jetzt mal ernsthaft, was bringt jemanden dazu zu sagen: «Es gibt wichtigere Dinge im Leben als Geld» oder «mit Geld kann man sich nicht alles kaufen»? Beidem kann ich zwar zustimmen aber trotzdem, eine solche Aussage kann nur von jemandem stammen, der sich entweder keine Sorgen um Geld machen muss, weil er /sie entweder zu viel davon hat oder weil jemand anderes für die Lebenshaltungskosten aufkommt.

Geld mag zweifelsfrei ab einem gewissen Einkommen keine grosse Rolle mehr spielen, aber es ist leider auch so, dass sich sehr viele Paare trennen, weil sie Geldprobleme haben. Logisch ist die Partnerschaft wichtiger als Geld, aber Geldprobleme gefährden zwangsläufig die Partnerschaft, was leider mehrfach wissenschaftlich belegt wurde.

Wenig Geld viele Probleme

Es gibt also durchaus wichtigere Dinge im Leben wie Geld. Aber Geld zu haben bedeutet eben auch Freiheit, Sicherheit und ein grosses Stück Gelassenheit. Vieles lässt sich zwar mit Geld nich kaufen aber es gibt eben auch Dinge, die sich damit abschaffen lassen: Probleme. Kein Geld zu haben verursacht Probleme.

Ist Dir auch einmal aufgefallen, dass reiche Leute sehr gelassen sind? Nichtsdestotrotz, auch finanziell abgesicherte Leute können unglücklich sein. Du erkennst das zwangsläufig jeden Tag, wenn Du in den sozialen Netzwerken unterwegs bist. Protzige Instagram Posts machen oft den Anschein, dass Leute mit einem dicken finanziellen Polster sehr glücklich sind. Lass Dich davon bitte nicht beeindrucken, denn Wissenschaftler haben herausgefunden: Je mehr «ich-bin-so-glücklich-posts» desto schlimmer die Gefühlslage der Person.

Meine Glücksformel für Paare

Dieses Phänomen mit dem «OH-MEIN-GOTT-WIR-SIND-JA-SO-GLÜCKLICH-POSTS» wurde übrigens auch bei Paaren untersucht. Paare die sich immer zusammen auf Social Media präsentieren sind massiv unglücklicher wie jene die es nicht tun. An alle lieben Paare da draussen, hier also meine Glücksformel:

Ganz und gar keine Pärchen-Posts zu machen ist sicherlich eine Herausforderung aber eben auch hier gilt: weniger ist mehr. Lass Dir die Forschungsergebnisse nochmals durch den Kopf gehen und vielleicht kennst Du selbst ein Paar, auf welches diese Studie zutrifft. Schmunzeln erlaubt 😉

Reiche Leute haben keine Probleme? Weit gefehlt!

Vielleicht hast Du mal kurz daran gedacht, dass es schön wäre ganz viel Geld auf dem Konto zu haben. Denn damit würden sich alle Deine Sorgen und Ängste in Luft auflösen. Leider muss ich Dich enttäuschen.

Wir gehen zwar immer davon aus, dass Gutbetuchte keine Sorgen und Ängste haben, dass dies aber nicht so ist, solltest Du spätestens nach meinem Artikel im Januar wissen. Hier kannst Du nochmals nachlesen. 

Die entscheidende Frage

Der Zusammenhang von Geld und Glück fasziniert mich schon länger, weshalb ich sehr viel darüber recherchiert und gelesen habe.

Je mehr Geld desto glücklicher. Davon war ich fest überzeugt. Bis zu diesem einen Tag im Dezember, als sich eine neue Frage zu diesem Thema aufgedrängt hat: «Trägt ein höherer Lohn tatsächlich zu mehr Glück bei? In einer NZZ Kolumne wurde nämlich die Frage behandelt, ob es vielleicht so etwas wie eine optimale Einkommenshöhe gibt, also ein Plateau, ab dem das Glück nicht weiter steigt?

Diese Frage habe ich mir ernsthaft noch nie gestellt. Gar kein schlechter Gedanke das mit dem Plateau, dachte ich. Und je öfter die Frage mir durch den Kopf ging, desto mehr kam die Überzeugung, dass da wirklich etwas dran sein muss.

Die Suche nach dem optimalen Einkommen

Also setzte ich die Suche nach diesem Einkommensplateau fort und prompt wurde ich in einem meiner neuen Lieblingsbücher fündig. Rolf Dobelli befasst sich in seinem Buch «Die Kunst des guten Lebens – 52 überraschende Wege zum Glück» auch mit dem Einkommensaspekt und inwiefern Glück und Kontostand zusammenhängen: «Wenn Sie in Armut leben, spielt Geld eine grosse Rolle. Verdienen Sie 50’000 Euro, spielt Geld eine mässige Rolle. Jenseits von 100’000 Euro Jahreseinkommen pro Haushalt schrumpft der Effekt von zusätzlichem Einkommen auf null – und er bleibt bei null, selbst wenn Sie die Million erreichen».

Ich war ehrlich gesagt ein wenig erstaunt über diese «tiefe» Grenze.

Das würde also heissen, ich muss mir diesen Karriereleiter-Stress gar nicht geben?

Das Einkommen bezieht sich wohl gemerkt auf ein Haushaltseinkommen, das heisst, Du und Dein Partner je 50’000 Euro. Ist das nicht absolut machbar?

Diese Zahl hat mich umso mehr überrascht, weil viele Menschen in meinem Umfeld weitaus mehr wie 100’000 Euro pro Jahr kassieren. Sind sie glücklich? Ich würde sagen da ist noch viel Luft nach oben.

Ein Salär in diesem Bereich setzt oft auch schon Führungsverantwortung voraus. Die Folge: Viel Geld aber keine Freizeit. Mit einer 60-80h Woche kannst Du Dich definitiv von Deiner Work-Life-Balance verabschieden. Also wozu der ganze Stress? Es gibt sogar noch eine andere Referenzzahl und die gute Nachricht ist, sie liegt noch tiefer.

75’000 Dollar bis zum Glück

Gemäss der Zeitung «Welt» braucht es sogar noch weniger wie 100’000 Euro.

Die Nobelpreisträger Deaton und Kahnemann haben 450’000 Interviews von Amerikanern untersucht um den Zusammenhang von Glücksempfinden und dem Kontostand zu untersuchen. Gemäss diesem Ergebnis braucht es gerade mal «75’000 Dollar. Bis zu diesem Jahreseinkommen steigt den Umfragen zufolge das Glücksempfinden. Über diese Grenze hinaus lässt sich das Glück hingegen offenbar nicht weiter steigern».

Erkenntnisse aus der Glücksforschung

Ja es gibt sie, die Glücksforschung. Eine meiner Lieblingsautorinnen in diesem Gebiet ist Dr. Katarina Tempel. Sie betreibt die Webseite www.gluecksdetektiv.de und bietet viele wertvolle Tipps rund um das Glück.

In der Glücksforschung werden häufig auch Lottomillionäre befragt. Kannst Du Dir vorstellen, dass ein Lottomillionär unglücklich ist? Genau das haben nämlich Psychologen in ihren Forschungen herausgefunden. Die Erkenntnis, dass ein Lottogewinner nicht glücklicher ist als andere, hat sich mehrfach bestätigt. Hier ein paar Beispiele dazu mit den Namen der Forscher (gefunden auf www.gluecksarchiv.de):

  • Gewinner hoher Geldsummen waren drei Monate lang glücklicher als vorher, dann fielen sie wieder auf ihr ursprüngliches Glücksniveau und unterschieden sich nicht mehr von anderen (Forscher: Martin Seligman).
  • Die Mehrzahl der Befragten Lottogewinner sanken nach kurzer Euphorie in Trübsinn; drei Jahre nach dem Ereignis überstieg die Zahl der Depressiven unter ihnen den Durchschnitt der Bevölkerung (Forscher: Andrew Oswald, Warwick University)
  • Reiche sind nur wenig glücklicher als andere. 100 befragte Supermillionäre mit jeweils mehr als 125 Millionen Dollar Vermögen fühlten sich zu 67 Prozent glücklich, zufällig ausgewählte Amerikaner zu 62 Prozent – der Unterschied ist statistisch nur unwesentlich (Forscher: Michael Argyle).

Vielleicht ist Dir auch schon aufgefallen, dass in der Literatur oft vom ewigen Glück gesprochen wird. Fakt ist aber, dass wir dieses Glücksgefühl nicht 24h am Tag leben können. Stell Dir mal vor, du würdest wie eine Irre herumspringen, weil du jederzeit vor Glück gleich platzen könntest. LOL. Ein ständiges Glücksgefühl auf hohem Niveau ist also schlicht und einfach ungesund.

Die hedonistische Tretmühle: Glück macht tollpatschig

Schicksalsschläge wie auch glücklichere Ereignisse pendeln sich mit der Zeit wieder auf einem normalen Niveau ein, das ist in unserer Biologie so verankert. Der Fachbegriff dafür lautet «hedonistische Tretmühle». Vielleicht ist Dir auch schon aufgefallen, dass Du in euphorischen Gefühlslagen etwas tollpatschiger warst oder Dinge gesagt hast, die Du später bereut hast.

Die hedonistische Tretmühle besagt eben auch, dass wir nur auf einem normalen Gefühlsniveau den «Feind» erkennen können. Achte also darauf, wichtige Entscheidungen nicht zu fällen, wenn Deine Gefühlslage übermässig gut oder schlecht ist.

Mein Glücks-Geschenk für Dich:

Ich denke wir sollten uns weniger Sorgen um Geld machen, weniger Grübeln – wie es Rolf Dobelli sagt – und uns bewusst von Geldgier-Gedanken lösen.

Es ist sicherlich auch gesellschaftlich bedingt. In der Schweiz sind Statussymbole wie Eigenheim und Luxuskarossen allgegenwärtig. Die meisten sehen meiner Meinung nach nicht ein, dass sie sich damit auf dem schnellsten Weg ins Hamsterrad begeben. Auf die Lohnerhöhung folgt ein dicker Porsche, auf den nächsten Geldsegen ein Eigenheim und ehe man sich versieht ist man sein Leben lang am strampeln, weil diese tollen Statussymbole die Fixkosten in die Höhe schnellen lassen.

Aber vergessen wir doch kurz den oberflächlichen Materialismus und weitere Geldaspekte damit wir uns nur dem Glück zuwenden können. Ich habe für Dich eine kleine Anleitung zum Glücklich sein zusammengestellt. Es sind die – aus meiner Sicht – besten und wichtigsten Taten und Gedankengänge, die ich aus über 20 Büchern recherchiert habe.

Diese kleine Anleitung soll Dich durch Deinen Alltag begleiten und Dir aufzeigen, wie Du – losgelöst vom Geldaspekt – glücklicher und zufriedener leben kannst:

 

Für Dich: Anleitung zum Glücklichsein

 

Fazit

Geld allein macht sicher nicht glücklich, doch Geld gibt Sicherheit und erlaubt uns selbstbestimmt durchs Leben gehen zu können. Für viele Alleinstehende mag ein Einkommen von 100’000 Euro noch weit entfernt liegen, ich finde es lohnt sich aber auf diesen Punkt hinzuarbeiten. Wer weiss, vielleicht erfahren wir dann endlich die Gefühlslage wie es ist, wenn Glück und Geld keinen Zusammenhang mehr haben.

Ein Lottogewinn ist sicherlich etwas sehr bereicherndes, doch wie eben die Wissenschaft belegt, macht uns ein volles Konto langfristig nicht glücklicher wie andere, die nie im Lotto gewonnen haben. Umso wichtiger ist es, die Gefühlslage richtig einzuschätzen, denn auf jedes Hoch und jedes Tief folgt ein Ausgleich auf das normale Gefühlsniveau. Wichtige Entscheidungen sollten demnach nur mit einer neutralen Gefühlslage getroffen werden.

Fakt ist auch, dass Glück und Geld sehr persönliche und subjektive Empfinden darstellen. Warum sollten wir uns also länger verrückt machen?

Es gibt kein Glücksrezept und auch kein Rezept um an Geld zu kommen, doch genau das macht unser Leben spannend.

Über Glück und Geld zu sinnieren ist also gezwungener Massen eine Lebensaufgabe. Die Hochs und Tiefs sowie die Hoffnung auf eine bessere Zukunft lassen uns jeden Tag spannende Herausforderungen angehen und die Vielfältigkeit des Lebens neu entdecken.

Auf Deinem Weg zu finanzieller Freiheit und Deinem ganz persönlichen Glück wünsche ich Dir nur das Beste.

Quellen und Artikel zum Nachlesen (nicht abschliessend):

Neue Zürcher Zeitung – Geld und Glück: Wie hoch ist das optimale Einkommen

Welt.de – Zufriedenheit und Gehalt: Die Wahrheit über Glück

Glücksarchiv.de

Dobelli, R. 2017. Die Kunst des guten Lebens – 52 überraschende Wege zum Glück. Piper Verlag

Corinne Brecher

Dein Ziel ist meine Mission: Finanziell stark als Frau durch die Welt zu gehen hat mir unglaublich viele Türen geöffnet. "Wenn Du immer nur tust was Du schon kannst, bleibst Du immer das was Du schon bist."
In diesem Sinne: Lass' uns loslegen!
Corinne Brecher

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