Der grösste Geld-Fehler, den Du in Deinen 20ern machen kannst

Mit 18 Jahren habe ich mich genau für vier Dinge interessiert: Chillen und das Leben geniessen, feiern bis zum Morgengrauen und endlich eigenes Geld verdienen.

Soviel schon vorab, ich habe alle meine Interessen mit grossem Wille verfolgt und natürlich erfolgreich umgesetzt. Wenn ich heute, 10 Jahre später, auf diese Zeit zurückblicke denke ich: Richtig so! Ich würde es heute nämlich wieder tun oder anders gesagt: Besser mit 18 in die Vollen anstatt mit 30 Jahren noch immer in den Clubs zu hängen und die Wochenenden mit Alkoholexzessen zu feiern.

Das Ding mit dem Alter

Ein Wort war definitiv nicht Teil meiner Jugendsprache: Vorsorge. Pff… Was soll ich damit? Das kann warten. Ich befinde mich schliesslich gerade in der Blüte meines Lebens und um in den Genuss der wilden 20er zu kommen muss das ganze Geld dafür hinhalten.

In etwa so hätte ich rückwirkend meinen Vorsorge-Verzicht argumentieren können. Vielleicht hätte dies meine Eltern überzeugt. Tja, im Nachhinein ist man bekanntlich immer schlauer.

Natürlich habe ich auf die Frage “Hast Du schon für’s Alter vorgesorgt?” nur geantwortet: Pfff, das dauert ja noch eine halbe Ewigkeit.

Nur dumm, dass die “halbe Ewigkeit” schneller vorbei ist als man denkt.

Vorsorge ist was für “alte Menschen”

Es stellt sich die Frage, ab wann Mann/Frau eigentlich “alt” ist? Ich habe mich ständig gefragt, ob es wirklich jemanden gibt, der aus eigenem Antrieb im zarten Alter von 18 Jahren sich für Vorsorge interessiert.

Ja mag sein, wer überlegt sich denn bitte schon mit 18 Jahren, wie man sich den Lebensabend vorstellt? Das interessiert schlicht und einfach niemanden in diesem Alter.

So oder so, ich bin meinen Eltern sehr dankbar, dass sie mich schon in meinen 20ern motiviert haben, ein bisschen Geld auf die Seite zu legen. Ein Erlebnis hat mich im Sparen besonders unterstützt. Als ich mit 18 Jahren meinen ersten Vorsorgeausweis erhielt, habe ich dort das Datum meiner voraussichtlichen Pensionierung eingesehen: 1.8.2054. Das war im ersten Moment etwas komisch und zugegeben auch etwas lustig, aber im Nachhinein hat es mich umso mehr motiviert, denn damit habe ich meiner Sparstrategie ein offizielles Ziel-Datum gesetzt.

Aber lass’ uns nochmals kurz zu dem Moment zurückspulen, als ich fest davon überzeugt war, dass ich mich in jungen Jahre noch nicht um meine Vorsorge kümmern muss. Ist es akzeptabel zu sagen “ich interessiere mich nicht dafür”? Ich finde – mit 18 Jahren – absolut!

Wer ist schuld? Also ich sicher nicht.

Sprechen wir mal Klartext. Das Thema Vorsorge ist langweilig. Punkt. Es gibt aber neben der Vorsorge noch ganz viele andere Themen die auch langweilig sind, jedoch einfach zum Leben dazugehören. Lass mich Dir ein Beispiel nennen mit jungen Müttern. Frischgebackene Mamas bemühen sich ja auch ihren Babies Früchte und Gemüse zuzuführen, auch wenn die Masse 2 Sekunden später wieder ausgespuckt auf dem Teller landet.

Genau gleich sollte das Vorgehen auch mit der Vorsorge sein. Ich finde niemand sollte bestraft werden, der unter 25 Jahren noch kein Vorsorgeguthaben ausweisen kann. Vielmehr sollte man deren Eltern bestrafen. Richtig gehört. Die Eltern sind schuld.

“Du machst es Dir ja leicht Corinne mit dieser Aussage”, sagte kürzlich eine Freundin zu mir. Und ja, ich stimme dem zu. Es ist ein Leichtes die Schuld den Eltern zuzuschieben.
Nur ist es eben so, dass ich mich früher oder später – hoffentlich – auch in dieser Rolle wiederfinden werde oder besser gesagt, wiederfinden werden möchte. Und genau dort adressiere ich meine Schuldzuweisung: An mein 40- oder 50-jähriges Ich in der Rolle als Mutter. Ich würde es mir nie verzeihen, wenn meine Kinder nicht richtig für’s Alter vorgesorgt hätten, Du etwa?

Szenario im Jahr 2050: Da hast Du den Scheiss

Um nochmals auf das Beispiel mit der jungen Mutter zurückzukommen, die Kleinen können schlicht und einfach nichts dafür, wenn ihre Mütter ihnen kein Gemüse verabreichen. Die Folge? Mangelernährung! Genau gleich verhält es sich mit der Vorsorge. Insofern sich die Eltern nicht bemühen, den Kinder etwas über Vorsorge beizubringen entsteht ein Mangel an Bildung! Und Bildungsmangel kann – wie auch Ernährungsmangel –  im späteren Leben zu einer echten Last werden.

Stell Dir folgendes 😉 -Szenario vor:

Jahr 2050: Du merkst langsam, irgendwas stimmt nicht mit Dir. Die Gesundheit schlägt zurück! In dem Moment realisierst Du: Deine Eltern haben Dir nie wirklich konsequent Gemüse verabreicht. Und genau deshalb musst Du jetzt endlich etwas tun, also ab in den Supermarkt. Das Ding ist, Du kannst Dir jetzt nicht mal mehr Gemüse kaufen, weil:

  1. der Boden knapp geworden ist und die Bauern horrende Preise verlangen
  2. die Inflation ein nie dagewesenes Niveau erreicht hat
  3. die Mehrwertsteuer bei 20% liegt (liebe Nachbarn, für uns Schweizer ist das viel 😉 )
  4. Du bis 70 arbeiten musst
  5. Dir Deine Eltern nicht gesagt haben, dass Du für’s Alter vorsorgen musst!

Ja, da hast Du den Scheiss!

Der grösste Fehler, den Du machen kannst

Dein Gemüse nicht zu essen ist also ein Fehler, den Du nicht machen solltest. Aber darum geht es hier nicht. Falls Du es noch nicht von Deinen Eltern gehört hast, sage ich Dir hier und jetzt gerne welches der grösste Fehler ist, den Du in Deinen 20ern machen kannst: Nicht für’s Alter vorzusorgen. Tataaaaa!

Aber ganz ehrlich, das ist leichter gesagt als getan. In dieser Beziehung habe ich es mir nicht leicht gemacht, sondern ich habe mich für Dich ins Zeug gelegt und gut recherchiert, warum es sich denn genau lohnt, schon früh für’s Alter vorzusorgen. Here we go!

5 Gründe, warum es sich lohnt bereits in seinen 20ern vorzusorgen:

1. Materialismus überlebt nicht

Der kleine Betrag, den Du monatlich für Deinen Lebensabend auf die Seite legst verwehrt Dir zwar kurzfristig den Kauf einer neuen Jeans, dafür gewinnst Du im Alter an Lebensqualität.

Die Gesundheitskosten steigen mit zunehmendem Alter massiv an. Eine neue Jeans scheint Dir also in Deinen 20ern überlebenswichtig. Im Alter werden neue Kleider Dein kleinstes Problem sein.

2. Langer Anlagehorizont

Du wirst nie wieder von einem so langen Anlagehorizont profitieren wie wenn Du jetzt Dein Vorsorgeguthaben in einen Fonds einbezahlst.

Börsencrashs wird es immer wieder geben, aber wenn Du jetzt anfängst Dein Geld nachhaltig und mit einem Anlagehorizont von 30-40 Jahren anzulegen, dann kannst Du nur gewinnen. Ich sag’ nicht, dass Du reich sein wirst, aber Du wirst damit definitiv mehr haben, als alle anderen die nie in die private Vorsorge investiert haben.

3. Träume verwirklichen

Meine Generation steht der privaten Vorsorge oft skeptisch gegenüber, weil das Guthaben für eine Zeit lang gesperrt ist. “Was ist wenn ich das Geld dann doch dringend benötige?” werde ich immer wieder gefragt. No panic.

Dein Vorsorgeguthaben ist nicht automatisch für Jahrzehnte gesperrt. In der Schweiz lassen sich Vorsorgegelder unter folgenden Umständen frühzeitig auslösen:
-Du möchtest Dich selbstständig machen und brauchst Gründungskapital
-Du möchtest ein Haus kaufen und benötigst liquide Mittel für die Hypothek
-Du ziehst ins Ausland und möchtest neu anfangen (Abmeldung in der Schweiz nötig).

Wer weiss, vielleicht möchtest Du mit 60 nach Spanien auswandern und dort eine Finca kaufen, tönt das nicht nach einem tollen Plan?

Fakt ist, mit Vorsorgeguthaben lassen sich echte Träume verwirklichen. Welche Träume hast Du?

4. Steuern sparen

In der Schweiz können Einzahlung in die Säule 3a und in die Pensionskasse vollumfänglich von den Steuern abgezogen werden. Du sparst damit also gleich doppelt Geld.

Zudem gibt es einige Tipps und Tricks, wie Du kurz vor der Pensionierung die Guthaben auslösen kannst, damit die Steuerbelastung nicht zu hoch ausfällt. Ein Tipp wäre beispielsweise der gestaffelte Bezug der Gelder. Klicke hier, wenn Du mehr über gestaffelte Vorsorgebezüge erfahren möchtest.

5. Sorgenfrei in die Zukunft blicken

Wir verbringen unglaublich viel Lebenszeit mit Arbeiten. Doch auch wenn Du Dein Leben lang gearbeitet hast garantiert Dir niemand, dass die Beiträge aus der 1. Säule (AHV) und der 2. Säule (BVG) auch für Deinen späteren Lebensunterhalt reichen. Du bist selbst dafür verantwortlich Deinen Lebensstandard weiterführen zu können.

Die Ansprüche steigen stetig, wir wollen eine schöne Wohnung, Urlaub machen, ein Auto kaufen und uns natürlich auch einen schönen Restaurantbesuch gönnen. Wenn Du auch im Alter so weiterleben möchtest wie bisher und sorgenfrei Deinen Bedürfnissen nachgehen möchtest, dann möchte ich Dir hier und jetzt gleich eine kleine Aufgabe geben: Eröffne ein Säule 3a Konto und kümmere Dich ab sofort selbstständig um Deine Träume, Ziele und Wünsche.

Jetzt, wo ich Dich motiviert habe, den grössten Fehler in Deinen 20ern nicht zu begehen liegt es nur noch an Dir.

Nimm Dein Leben selbst in die Hand und tue alles dafür, dass Du im Alter nicht sagen musst: Ich habe von all dem nichts gewusst. Du weisst es jetzt und das ist gut so. So brauchst Du auch nicht den Politikern, Deinen Eltern oder Deinen Liebsten die Schuld zuzuweisen, sie hätten Dir nicht gesagt, dass Vorsorge wichtig ist. Jammern ist eine weit verbreitete Krankheit und ich lasse nicht zu, dass Du Dich damit ansteckst.

An dieser Stelle gebe ich Dir gerne noch mein persönliches Lebensmotto mit auf den Weg:

 


Meine kurze Übersetzung auf Deutsch: Mach’s besser! Gehe mit gutem Beispiel voran und eröffne noch heute Dein Vorsorgekonto.

Du entscheidest, ob Du Dich im Jahr 2050 zum Champagner-Frühstück am See triffst oder Deinen Freunden die Ohren volljammerst bei einer geschmacklosen Tasse Filterkaffee.

Also, immer schön Dein Gemüse essen und in die Vorsorge einzahlen. 🙂

Auf eine wunderbare und geldreiche Zukunft ohne Mangelerscheinungen!

______________________________________

Wenn Du mehr über Vorsorge wissen möchtest, dann schaue unbedingt im Herbst wieder auf meiner Webseite vorbei, dann ist nämlich Kursstart für meinen ersten Online-Kurs “Vorsorge leicht gemacht”.

In der Zwischenzeit gebe ich Dir gerne ein paar spannende Lektüren mit auf den Weg:

Handelszeitung: Säule 3a Vergleich: Früh sparen lohnt sich

Moneypark: Diese 10 Vorsorge-Tipps sollten Sie kennen

Tagesanzeiger: Enteignung der Erben

______________________________________

Wichtig für alle Geld-Glücksbrief AbonnentInnen: Die zweite Zutat für meine Erfolgsformel lautet: Vorsorge

 

Corinne Brecher

Dein Ziel ist meine Mission: Finanziell stark als Frau durch die Welt zu gehen hat mir unglaublich viele Türen geöffnet. "Wenn Du immer nur tust was Du schon kannst, bleibst Du immer das was Du schon bist."
In diesem Sinne: Lass' uns loslegen!
Corinne Brecher

Leave A Response

* Denotes Required Field